Sweatshirt-Schnitt in ein Kleid verwandeln

„Gemütlich und gleichzeitig ausgehtauglich“ steht bei mir ganz schön weit oben auf der Liste der Lieblingskleidungsstücke. Dementsprechend dachte ich mir, dass ein halbwegs enges Oversize Sweatshirt ein gutes Projekt für einen Samstag Abend zu Hause wäre.

Ich habe dafür mal wieder meinen Standard Schnitt für Sweatshirts als Grundlage genommen und ihn verlängert.

Los geht´s

Zutaten:

  • Schnittmuster für ein einfaches Sweatshirt, das gut passt
  • Packpapier, Seidenpapier oder ähnliches
  • Maßband
  • (Schneider-) Lineal
  • Stift, Schere



Schritt 1: Maß nehmen

Wir brauchen folgende Längen:

  1. „Hinternbreite“

Hier nimmt man allen Mut zusammen und misst mit dem Maßband den Umfang der breitesten Stelle seines Hinterns. Weil das Kleid an dieser Stelle ja auch nicht hauteng sitzen soll, rechnet man noch eine Hand voll cm dazu.

Da sich diese Zentimeter auf Vorder- und Rückenteil aufteilen und die Schnittmuster dann auch noch im Bruch gezeichnet werden, brauchen wir ein Viertel der Länge.

In meinem Fall: Wenn ich den breitesten Umfang gemessen habe und noch ein paar Zentimeter Luft hinzu gerechnet habe, kam ich auf eine Weite von 96 cm. Diese habe ich durch vier geteilt um die „Hinternbreite“ zu bestimmen. Macht demnach 24,5 cm.

2. Länge des Kleides

Von der Höhe des hinteren Ausschnittes (ich glaube fest daran, dass man bei solchen Dingen nicht auf den Millimeter genau sein muss, also einfach grob anpeilen und das Maßband an die vermutete Stelle halten) die gewünschte Länge für das Kleid abmessen.

Meines sollte unten noch ein breites Bündchen bekommen und ein kleines Stück über dem Knie enden. Somit habe ich für das Rückenteil mal eine Länge von 80 cm angedacht.

3. Umfang der unteren Oberschenkel

Man messe nun noch den Umfang an der Stelle, an der das Kleid enden soll bzw. an der Stelle, an der das Bündchen beginnt. So, wie auch bei der Hinternbreite, brauchen wir hier ein Viertel der Länge. Zudem sollte bedacht werden, dass man später auch laufen möchte. Auch hier müssen also eine Hand voll Zentimeter dazu gerechnet werden.

Ich kam bei mir am Ende auf 88 cm für den Umfang. Das war ziemlich großzügig, weil ich wollte, dass das Bündchen das Kleid unten zusammen zieht.
Das bedeutet also durch vier geteilt, dass sowohl Vorder- als auch Rückenteil unten je 22 cm bemessen müssen.

Schritt 2: Schnittmuster basteln

Die gemessenen Maße wollen nun natürlich gerne in ein Schnittmuster verwandelt werden. Dazu zeichnet man zunächst Vorder- und Rückenteil des Pullover Schnittes auf das Papier. Das funktioniert so:

  • Vorder- und Rückenteil des Pullover Schnittes auf das Papier zeichnen (im Bild am Beispiel des Rückenteils)
  • Rückenlänge markieren und eine Senkrechte nach oben zeichnen (grüne/weiße Linie). Die Senkrechte (weiß) hat eine Länge von 22 cm (das Maß von der unteren Oberschenkelweite)
  • Zwischen dem Ende des Pullovers und der Rückenlänge die Hinternbreite einzeichnen. Auch da geht die genaue Stelle ein wenig nach Gefühl.

Um die eingezeichneten Punkte zeichnet man nun eine halbwegs elegant geschwungene Linie und dann ist das Rückenteil auch schon fertig.

Um für das Vorderteil nicht alles erneut ausmessen zu müssen, habe ich das Rückenteil ausgeschnitten und den neuen Teil einfach abgezeichnet.

Schritt 3: Es darf genäht werden

Selbstverständlich bekam ich heute nicht den Stoff, den ich eigentlich haben wollte. Ursprünglich wollte ich das Kleid aus einem halbwegs festen, hübschen Sweatshirt-Stoff nähen. Mangels Optionen entschied ich spontan, dass weniger fester Jersey und somit etwas mehr „Schlabberlook“ zusammen mit Bündchen auch ganz interessant sein könnten.

Zudem fand ich noch ein gutes Stück Band, das ich schon immer mal irgendwo drauf nähen wollte. Das habe ich auf die Ärmel gesteppt, bevor alles andere zusammen gebaut wurde.

Naja, und um ehrlich zu sein:

Wenn ich das Kleid wie auf dem Foto trage, mag ich es sehr gerne. Es lässt sich aber auch unschwer erkennen, dass ich noch einen Gürtel dazu gebastelt habe. Den braucht so ein dünner Stoff offenbar, wenn er nicht wie ein Nachthemd aussehen möchte. Der Schnitt passt dafür allerdings super, werde ihn demnächst sicherlich noch einmal mit anderem Stoff testen.

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