Moos mit Glycerin konservieren- DIY Deko-Moos

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Ich habe mir in den Kopf gesetzt eine Lampe mit Moos zu dekorieren (dazu an anderer Stelle mehr, hier geht es um das Moos). Was ich mir in meinem Köpfchen so einfach ausgemalt hatte, endete mit dem Lesen von zig Internetseiten und steigender Verwirrung.

Letztlich habe ich befunden, dass der hoffentlich sinnvollste Weg ist, das Moos mit Hilfe von Glycerin haltbar zu machen. Zu den Gründen kommen wir gleich als erstes. Anschließend folgt die Anleitung, die ich mir mit dem angelesenen, gesunden Halbwissen ausgedacht habe.


Plan A: Moos selber machen

Die Idee überhaupt Moos zu benutzen, kam mir nachdem ich irgendwann mal gelesen hatte, dass man „ganz einfach“ aus normalem Moos und Buttermilch eine Pampe herstellen kann, aus der das Moos dann wächst. Meist existieren diese Anleitungen im Zusammenhang mit Moos-Graffiti, die besagen, dass man die Mischung aus dem Mixer direkt an eine Wand schmiert und anschließend eine hübsche Deko wie von selbst erwächst.

Ich las viele dieser Anleitungen um zu einem Fazit zu kommen: Viele schreiben die Vorgehensweise gerne ab/auf und dekorieren die Beiträge mit hübschen Bildern von Künstlern, die ihr Werk wirklich verstehen. Ich habe lange gesucht, bis ich eine Anleitung fand, in der tatsächlich mal jemand davon sprach die Sache ausprobiert zu haben. Bei diesem einen (!) Menschen hat das nicht gerade überzeugend bis fast gar nicht funktioniert. Zudem wurde an dieser Stelle endlich angemerkt, dass „das Moos feucht halten“ bedeutet, dass man es mehrmals täglich besprühen muss.

Letzteres war dann auch das Ausschlusskriterium. Meine Lampe soll in der Wohnung stehen und auch draußen hätte ich keine Lust das Ding mehrmals am Tag zu wässern. Zudem gibt es mir doch arg zu denken, wenn kaum ein Mensch Erfahrungsberichte schreibt, es aber Anleitungen ohne Ende gibt.


Plan B: Einfach Moos aus dem Garten nehmen

Nachdem Plan A dahin war, überlegte ich mir, dass mein Rasen mehr als genug Moos bietet um es direkt auf meine Lampe zu basteln. Wahlweise als lebendige Pflanze oder getrocknet.

Natürlich wäre es am schönsten, wenn das Grünzeug weiter leben dürfte und an meiner Lampe festwächst. Aber Moos bleibt nun mal ein Lebewesen mit Bedürfnissen. Es möchte am liebsten auf einer leicht feuchten, eher schattigen Fläche in der Natur leben. In meinem Wohnzimmer würde es für mich verhältnismäßig viel Arbeit bedeuten dem gerecht zu werden. Also auch nicht gut.

Für meine sonstige Deko benutze ich gerne Moos, das ich einfach austrocknen lasse. Das funktioniert wunderbar, wenn es nicht allzu lange halten soll. Nach einigen Wochen verliert es so aber Farbe und fängt an zu zerfallen. Da ich hoffe, dass meine Lampe ein paar Tage länger bei mir wohnt, ist dies also auch raus.


Plan C: Künstliches Moos

Finde ich blöd. Wird vielleicht der Notfallplan, wenn Option D nicht funktioniert.


Plan D: Moos konservieren

Irgendwann stieß ich auf die Idee, dass man Moos auch haltbar machen kann. Das soll mit Hilfe von Glycerin angeblich ganz einfach sein: Moos in Glycerin und Wasser einlegen, warten, trocknen lassen und fertig.

Die Realität war dann allerdings ähnlich, wie bei Plan A. Viele Anleitungen, wenig Menschen, die es getestet haben. Warum auch? Man kann seine Seiten scheinbar ganz wundervoll mit Dingen füllen, von denen man keine Ahnung hat und einfach das zusammenfassen, was andere geschreiben haben. Nervig!

Zurück zum Thema: So wie ich las, kann man das normale Moos aus dem Wald oder dem Garten auf diese Weise haltbar machen. Es wird nicht trocken und spröde, wie beim Trocknen, sondern behält seine Elastizität. So weit schon mal prima.
Was den Erhalt der Farbe angeht, fand ich unterschiedliche Aussagen. Einige Berichte besagten, dass die Farbe erhalten bleibt, andere, dass das Glycerin die Farbe entziehen kann. Also entschied ich mich auf Nummer sicher zu gehen und gleich von Anfang an etwas Farbe hinzu zu fügen.

Ich habe mich letztendlich für folgende Vorgehensweise entschieden (ein Mix aus mehreren Anleitungen):


Zutaten:

  • Ein paar Hände frisches Moos (Garten, Wald oder Blumenhändler)
  • 100 ml Glycerin (Apotheke, Drogerie, Baumarkt)
  • Warmes Wasser
  • Abtönfarbe
  • Eimer


Schritt 1: Moos sammeln und trocknen

Wenn man hinschaut, findet man überall Moos- in meinem Rasen besonders viel. Und wenn man noch genauer hinschaut findet man heraus, wie viele tolle, verschiedene Arten es gibt.
Vorsichtig mit möglichst wenig Erde abnehmen oder beim Blumenhändler kaufen (diverse Sicherheitshinweise zu geschützten Pflanzen und privatem Besitz erspare ich mir hier).

Um mögliche kleine Bewohner ins Verderben zu stürzen und die restliche Erde los zu werden, empfiehlt sich ein Bad in kochend heißem Wasser für das Grünzeug.

Dann wird das Moos getrocknet. Man kann es wahlweise lange irgendwo rumliegen lassen, weniger lange auf der Heizung lagern oder zwei Stunden in den Backofen bei 80°C Umluft geben. Am Ende sollte es sich zumindest nicht mehr feucht anfühlen.

Ob dieser Schritt notwendig ist, muss jeder für sich befinden. Da scheiden sich offenbar auch die Geister. Ich fand die Berichte, in denen beschrieben wurde, dass die Pflanzen eher Trockenen das Glycerin aufnehmen, einleuchtend.


Schritt 2: In Glycerin baden

Man nehme nun seinen Eimer und fülle das Glycerin zusammen mit Wasser, das mindestens 40°C warm ist, hinein. Ich las mehrfach, dass es Sinn macht, wenn das Wasser warm ist. Die Begründung ist mir aber unklar. Auch das Mischungsverhältnis wird auf verschiedenen Seiten extrem unterschiedlich angegeben. Da ich nur 100 ml Glycerin zur Verfügung hatte und das Moos trotzdem ordentlich nass werden sollte, ergab sich bei mir ein Verhältnis von 4 (Wasser): 1 (Glycerin).

Wegen des schon angesprochenen möglichen Problems mit der Farbe, habe ich noch einmal auf die Tube der Abtönfarbe gedrückt und einen anständigen Spritzer hinzugefügt.

Anbei sei angemerkt, dass ich meinen Eimer nicht direkt mit der Farbe besudeln wollte. Die Plastiktüte ist zwar nicht ökologisch wertvoll, aber hielt meinen Eimer sauber und statt umzurühren kann man Moos und Flüssigkeit auf diese Art auch vorsichtig durchkneten.

Nun denn: Ab mit den Pflanzen in die Tinktur und abwarten.
Abwarten hieß bei mir eine dreiviertel Stunde. Auch an dieser Stelle findet man verschiedenste Angaben zwischen fünf Minuten und drei Wochen. Welche Angabe wie sinnvoll ist, wird aber nirgendwo verraten.


Schritt 3: Trocknen

Nun folgt noch einmal der Schritt vom Anfang. Das Moos möchte in der Wohnung, auf der Heizung oder im Backofen getrocknet werden.

Und dann ist die Sache auch schon geschafft. Vorerst bin ich begeistert. Mein Moos fühlt sich weder ausgetrocknet an, noch schaut es so aus. Auch farblich sieht es weder künstlich aus, noch ist es ausgeblichen. Der Versuch war also erfolgreich. Sollte sich die Lage in den nächsten Wochen negativ verändern, werde ich berichten.


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