Schnittmuster für Hausschuhe konstruieren

Ich bin begeistert! Beim dritten Versuch habe ich es geschafft, ein Schnittmuster für meine eigenen Slipper (Puschen, Hausschuhe oder wie auch immer man das nennen möchte) zu konstruieren.

Vorher habe ich lange nach einer guten Anleitung gesucht. Die Auswahl war nicht allzu groß und wirklich überzeugend fand ich keine. Also habe ich mit meinem gesunden Halbwissen herumprobiert. Das Ergebnis folgt in wenigen Zeilen. Keine Ahnung, ob man das wirklich so macht, aber die gute Nachricht ist: es funktioniert. Ich trage gerade bequeme Hausschuhe, die mir passen.

Für´s Erste werde ich mich nur auf die Erstellung des Schnittmusters beschränken. Wenn irgendwann auch noch die Nähanleitung fertig ist, folgt hier der passende Link (bis es so weit ist, lasse ich den Hinweis hier, dass man, im Gegensatz zum Schnittmuster, im Netz einige nette Nähanleitungen findet).


Los geht´s


Zutaten

  • Papier zum Zeichnen
  • Maßband
  • Geodreieck
  • Stifte
  • Mindestens einen Fuß


Im Prinzip besteht das Schnittmuster aus zwei Teilen pro Fuß: Der Sohle und dem Schuh-Oberteil.

Zunächst stelle man seinen Fuß auf dem Papier ab und zeichne die Umrisse für die Sohle.

An der schwarzen Linie ist zu erkennen, dass ich anschließend den Umriss begradigt und an Hacken, Ballen und Zehen ein paar Millimeter hinzugefügt habe. Man möchte ja später nicht neben die Sohle treten.
Die Mitte wird dann am Hacken gekennzeichnet. Von dort aus zeichnet man eine senkrechte Linie nach oben.
Von dieser Linie aus im rechten Winkel die breiteste Stelle kennzeichnen.


Nun wird festgelegt, auf welcher Höhe das Loch oben im Schuh anfangen soll. Dazu betrachtet man seinen Fuß und entscheidet nach Bauchgefühl. Auf der gewünschten Höhe eine weitere waagerechte Linie einzeichnen.


Mit dem Maßband nun folgende Längen messen:

  • Breiteste Stelle (von der Sohle über den Fuß bis wieder runter zur Sohle)
  • Breite an der Stelle, an der das Loch anfangen soll (wieder von der Sohle über den Fuß bis wieder runter zur Sohle)
  • Länge vom Loch aus über die Zehen zur Sohle


Die gemessenen Längen wie abgebildet auf das Papier übertragen.


Nun kommt die Stelle, die mir Kopfzerbrechen bereitet hat. Wenn man jetzt die Umrisse für das obere Teil einzeichnet, ist die Linie deutlich länger, als der entsprechende Teil der Sohle. Das ist natürlich ungünstig. Also habe ich mir folgenden Plan überlegt:


Man sieht auf dem Bild, dass ich mit dem Maßband die einzelnen Längen an der Sohle ausgemessen habe. Die Länge für das Schuh-Oberteil muss zu der entsprechenden Länge an der Sohle passen.
Also habe ich die Markierung für die Fußbreite senkrecht nach oben verlängert (gestrichelte Linie). Dann habe ich das Maßband so gelegt, dass eine optisch passende Kurve entsteht, die in diesem Fall 9cm lang ist, und an der gestrichelten Linie endet.

Genauso verfährt man dann auch mit den anderen Längen.


Hier sei angemerkt, dass viele Schnittmuster für solche Schuhe symmetrisch im Bruch geschnitten werden. Mir schien das merkwürdig, zumindest ist mein Fuß definitiv nicht symmetrisch. Aus diesem Grund habe ich die Kurve so gezeichnet, wie mein Fuß aussieht: Die Seite mit dem großen Zeh ist länger und höher.

An der Sohle nun noch die Länge von der Loch-Linie zur Mitte des Hackens messen. Diese darf dann ganz einfach senkrecht nach unten gezeichnet werden.


Damit der der äußere Teil des Schuh-Oberteils geschafft. Fehlt noch die Aussparung für das Loch in der Mitte.

Dafür messe man aus, welche Höhe der Schuh am Hacken und an den Seiten haben soll. Bei den meisten Schuhen dieser Bauart ist der Hacken ein wenig höher, als die Seite.


Diese Längen werden senkrecht zu den Seitenlinien an beiden Seiten eingezeichnet.


Entlang dieser Markierungen dann von der Loch-Linie aus eine einigermaßen hübsche, symmetrische Linie einzeichnen.


Zum Schluss noch ein paar Markierungen zum Nähen an Sohle und Schuh-Oberteil vornehmen. Dazu habe ich die Mittellinien, die eingezeichnete Fußbreite und die Loch-Linie genommen.

Und dann ist es auch schon geschafft. Aus diesen zwei Teilen lassen sich Hausschuhe nähen 🙂

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